Gemeinsam für ein friedliches Zusammenleben
Frieden beginnt nicht zwischen Menschen, er beginnt bei jeder und jedem Einzelnen. Wer achtsam mit sich selbst umgeht und sich mit Mitgefühl begegnet, findet leichter einen friedlichen Zugang zu anderen. Unser Team aus über 30 Freiwilligen von Innehalten Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Mitmenschen Achtsamkeit und Mitgefühl als wertvolle Ansätze dafür zu vermitteln, wie man mit den Herausforderungen unserer Zeit besser umgehen kann. Anlässlich des internationalen Tags des friedlichen Zusammenlebens teilen wir Momente und Wünsche, die wir mit Frieden in Verbindung bringen.
Regula, Debora, Claudine und Hella aus Baden:
“Friedliches Zusammenleben bedeutet für uns, dass wir uns offen begegnen – auch wenn wir aus ganz unterschiedlichen Welten kommen.
Denken wir an uns fünf Frauen, die sich an einem Tisch treffen, ohne sich zu kennen. Anfangs noch fremd, doch mit jeder Minute entsteht Vertrauen. Wir hören einander zu, entdecken Gemeinsamkeiten und beschliessen, gemeinsam freiwillig etwas auf die Beine zu stellen – getragen von Empathie und Dankbarkeit für diese besondere Begegnung. Dankbar dafür, dass aus fünf Unbekannten ein echtes Miteinander entstanden ist.
Unser Wunsch ist, dass wir und viele andere den Mut haben, uns auf Unbekanntes einzulassen – denn genau solche Begegnungen bereichern unser Leben und machen das Zusammenleben plötzlich ein Stück schöner.”
Jeannette aus Aarau
“Seit ich denken kann, ziehen mich andere Länder, Kulturen und Menschen magisch an.
Als Mutter gebe ich diese Offenheit und Menschlichkeit meinem kleinen Sohn weiter. Es erfüllt mich mit sehr viel Stolz, wie er mit seinem offenen und herzlichen Wesen durch das Leben geht. Wir lieben es, die kulturelle Vielfalt in unseren Alltag zu holen. Mein Wunsch ist, dass mein Sohn, mutig und neugierig unsere liebevollen Werte in die Welt hinaus trägt.”
Cécile, Gisela, Sabine und Kathrin aus Biel:
“Wenn wir an friedliches Zusammenleben denken, sehen wir den belebten Robert-Walser-Platz vor uns. Oft eilen die Menschen aneinander vorbei, gefangen in unseren eigenen Gedanken und Sorgen. Doch wenn wir gemeinsam für einen Moment innehalten – wie bei unserem achtsamen Flashmob am 21. Mai – entsteht eine spürbare Verbindung ohne Worte. Diese kollektive Ruhe zeigt uns, dass wir trotz aller Unterschiede im Kern dasselbe Bedürfnis nach Frieden teilen .
Wir wünschen uns, dass wir die Qualität der Achtsamkeit aus diesen besonderen Momenten in unseren Alltag retten. Dass wir lernen, uns selbst und anderen mit mehr Mitgefühl zu begegnen, um so die Basis für ein echtes Miteinander zu schaffen.”
Oli aus Bern
“Am besten zu einem friedlichen Miteinander beitragen kann ich, wenn ich Frieden für mich selber gefunden habe. Selbstmitgefühl und eine nicht wertende Präsenz sind für mich die Voraussetzung dafür. Ich wünsche mir für unsere Gesellschaft, dass sich diese Einsicht verbreitet und wir alle an uns arbeiten, um gemeinsam in Frieden leben zu können.”
Melanie aus Aarau
“Friedliches Zusammenleben bedeutet für mich, wenn ein Raum der Toleranz und des gegenseitigen Verstehens durch gemeinsame Erlebnisse entsteht. Es ist ein aktives, lebendiges Miteinander, das durch gemeinsame Augenblicke wächst, in denen wir uns offen, respektvoll und verbunden begegnen. Ob bei einem Spaziergang in der Natur, begleitet von ehrlichen Gesprächen, auf Reisen oder beim gemeinsamen Mantra-Singen, was uns durch Klänge verbindet – es sind diese Erfahrungen, die uns näher zusammenbringen.
Wir hören einander zu, teilen Gedanken und Gefühle und entwickeln Verständnis für die Perspektive des Gegenübers. Dieses Gefühl von Verbindung nehmen wir mit in unseren Alltag. Ein friedliches Miteinander beginnt im Kleinen – in Begegnungen, die ehrlich sind, in Gesprächen, die verbinden, und in gemeinsamen Erfahrungen, die uns daran erinnern, dass wir alle Teil des Miteinanders sind. Wenn wir diesen Weg gemeinsam gehen, kann aus vielen einzelnen Momenten ein starkes, verbundenes Wir entstehen.
Mein Wunsch ist es, dass wir als Gesellschaft wieder mehr solche gemeinsamen Erlebnisse schaffen. Dass wir Orte und Gelegenheiten finden, um uns in hektischen Zeiten gemeinsam stärken. Denn wenn wir uns wirklich begegnen, entsteht Vertrauen.
Und aus Vertrauen wächst Frieden.”
Jasmin aus Aarau
“Friedliches Zusammenleben bedeutet für mich, einen Raum zu haben, in dem ich einfach sein darf: ohne Maske, ohne Rechtfertigung, ohne Angst vor Bewertung. Es ist dieses leise, tiefe Gefühl von Sicherheit, nichts an mir muss versteckt werden.
Wenn ich daran denke, denke ich an dich, Sina. Daran, wie ich bei dir meine unschönsten Gedanken aussprechen kann, meine Zweifel, meine Fehler und nichts davon gegen mich verwendet wird. Wie du zuhörst, nicht um zu antworten, sondern um zu verstehen. Wie du es schaffst, mich auch in meinen schwierigsten Momenten zu sehen.
Mein Wunsch ist, dass mehr Beziehungen so sind. Dass wir einander mit dieser Sanftheit begegnen, mit echtem Interesse statt vorschnellen Urteilen. Dass wir lernen, hinzuschauen, statt wegzudrücken. Bei uns selbst und bei anderen. Und dass jeder Mensch mindestens eine Sina in seinem Leben hat.”
Reto aus Aarau
“Für mich beginnt friedliches Zusammenleben bei mir selbst. Wenn ich achtsam wahrnehme, wie ich fühle und wie ich reagiere, kann ich anderen Menschen offener und mitfühlender begegnen. Das klingt einfach, ist im Alltag jedoch die grösste Herausforderung.
Diese Achtsamkeit hilft mir auch zu erkennen, welchen Beitrag ich leisten kann und wo ich vielleicht selbst noch wachsen darf. Sie gibt mir Klarheit darüber, was ich verändern kann und wo ich Hilfe brauche.
Friedliches Zusammenleben bedeutet für mich nicht, dass alles harmonisch und reibungslos verläuft. Es bedeutet, dass wir hinschauen, miteinander in Kontakt bleiben und gemeinsam nach Wegen suchen. Aus dieser Verbundenheit heraus entsteht für mich der Antrieb, etwas zu bewegen.”
Floriana aus Aarau
“Friedliches Zusammenleben heisst für mich, Raum zu schaffen für uns alle. Und gemeinsam eine Welt zu gestalten, in der Vielfalt verbindet und Menschlichkeit zählt. Ein Miteinander, zuhören statt verurteilen, verstehen statt ausgrenzen.
Unterschiede nicht fürchten, sondern als Stärke erkennen. Freundlichkeit. Denn genau dort fängt’s an: in einem Blick, einem Wort, ein Lächeln, einer Geste. Selbstverständlich wie es scheint, komplex wie es ist.
Friedliches Zusammenleben – für mich ein leises Versprechen, getragen von Achtsamkeit und Respekt.”